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„Komm, ich erzähle dir eine Geschichte“

 Einer der beruhigendsten Sätze, den ich in meiner Kindheit hörte. Der kam gleich nach „Alles wird gut“. Dass nicht immer alles gut wird, das habe ich schnell gelernt. Doch dass es für alles gute Gedanken gibt, das habe ich ebenso schnell erfahren.

 

Das Erzählen von Geschichten ist eine uralte Tradition der Menschheit, um Wissen und Werte weiterzugeben. Geschichten geben Orientierung und Klarheit. Sie trösten uns. Sie begleiten uns. Sie machen uns Mut. Sie bewegen uns, lassen uns mitfühlen und inspirieren uns. Wir lernen von den Figuren in den Büchern. Von den kleinen und großen Helden. Sie bieten uns ihre Erfahrungen an, Symbole und gedankliche Ideen, wie wir mit neuen und schwierigen Situationen und Emotionen umgehen können.

 

Für jeden Menschen und für jede Phase des Lebens gibt es die richtige Geschichte. Man muss sie nur finden. Und dabei möchte ich helfen. Hier veröffentliche ich nach und nach meine Lese- und Hörtipps. Und ich kann jedem von Ihnen und Euch nur empfehlen, selbst auch nach guten Büchern und Hörbüchern zu suchen, die eine Bereicherung sind. Und ich freue mich auf Empfehlungen!

 

Kontakt

Hilla Fitzen

Redakteurin Hörspiel
Hilla.Fitzen@gmx.de

Rubriken
Damit man sich besser in der Vielzahl der Lesetipps orientieren kann, habe ich im folgenden Rubriken zu den Themen Emotionen, Krankheit/Heilung und Trauer angelegt. Hier finden Sie mit Sicherheit den richtigen Lesestoff!

Altersangaben
Die Altersangaben geben das Mindestalter an, mit der eine Geschichte aus meiner Erfahrung heraus verstanden werden kann. Viele Bücher, die im ersten Moment wie Kinderbücher wirken, sind jedoch genauso für Erwachsene geeignet. Auch aus Bilderbüchern können nicht nur Kindern sondern auch erwachsene Menschen Inspiration, Mut und Trost schöpfen.

 

> Klicken Sie in den Rubriken auf die Altersangaben, um zu den einzelnen Lesetipps zu gelangen oder schauen Sie weiter unten nach den neusten Empfehlungen.


Rubrik: Emotionen

Rubrik: Krankheit/Heilung

Rubrik: Abschied und Trauer


Wie können wir lernen, unsere Emotionen zu erkennen, zu verstehen und auszudrücken? Wie erklären wir sie unseren Kindern?

Wie können wir mit einer Krankheit umgehen? Was macht sie mit Betroffenen und Vertrauten? Wie finden wir einen Heilungsweg? Wie geht das Leben nach der Heilung weiter?

Was ist der Tod? Wo gehen wir hin? Wie geht Trauer? Welche Phasen durchleben wir und wie finden wir Trost?




Hillas neuste Lese-Tipps


„DOKTOR ERICH KÄSTNERS LYRISCHE HAUSAPOTHEKE“
GEDICHTE FÜR DEN HAUSBEDARF

Von Erich Kästner | Für Erwachsene


Inhalt
Ein unverwüstlicher Klassiker und ein unverzichtbares »Nachschlagewerk, das der Behandlung des durchschnittlichen Innenlebens« gewidmet ist - zeitlos, weise und höchst amüsant. »Was soll einer einnehmen, den die trostlose Einsamkeit des möblierten Zimmers quält oder die nasskalten, nebelgrauen Herbstabende? Zu welchen Rezepten soll der greifen, den der Würgeengel der Eifersucht gepackt hat? Womit soll ein Lebensüberdrüssiger gurgeln?« Die Antwort auf diese von ihm selbst gestellten Fragen liefert Kästner mit diesem Buch, einer unverzichtbaren Sammlung »seelisch verwendbarer Strophen«, die Trost und Hilfe in allen Lebenslagen garantieren.

Literarische Arzneien für jede Lebenslage
Ein bekannter und dankbarer Freund der lyrischen „Hausmittel“ war der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki (1920-2013). Während seiner Zeit im Warschauer Getto fand er Trost und Halt in Musik und Literatur. Über Kästners „Hausapotheke“ schrieb er, „seine kessen und doch etwas sentimentalen Gedichte“ hätten ihn damals „gerührt und ergriffen“.


Besonders ermutigt hat Reich-Ranicki Kästners „Eisenbahngleichnis“, mit dem die „Rezeptsammlung“ beginnt. Es endet mit der schlichten Moral endet: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!“ „Doktor Erich Kästners Lyrische Hausapotheke“ mag nicht jedem zur Genesung verhelfen, als Hausmittel sind die Verse jedoch rezeptfrei – laut Klappentext mit nur einer Nebenwirkung: “Einsicht und befreites Lachen.”


Leseprobe
Hier lasse ich den Autor selbst zu Wort kommen, der über seine Motivation für dieses Buch schreibt.
„Es war seit jeher mein Bestreben, seelisch verwendbare Strophen zu schreiben.“
„Der vorliegende Band richtet sich, zumeist in homöopathischer Dosierung, gegen die kleinen und großen Schwierigkeiten der Existenz.“


„Mit Hilfe des Registers werden sich die gereimten Rezepte und Hausmittel in so manchem Fall bewähren können. Stecken Sie das Taschenbuch in die Tasche! Es tut wohl, den eigenen Kummer von einem anderen Menschen formulieren zu lassen. Formulierung ist heilsam.“

 

Eine längere Leseprobe finden Sie hier.

Über den Autor
Als Erich Kästner (1899–1974) sich Anfang der 1930er Jahre als „lyrischer Apotheker“ betätigte, befand er sich selbst in einer schwierigen Lage. Während der Weimarer Republik war er ein angesehener Intellektueller. Er veröffentlichte zahlreiche Gedichtbände, Kinderbücher und Romane, zudem schrieb er für Tageszeitungen und Zeitschriften. Mit Hitlers Machtergreifung änderte sich seine Situation drastisch. 1933 verbrannten die Nationalsozialisten Kästners Bücher – sie seien „wider den deutschen Geist“. Er erhielt Publikationsverbot. Trotzdem entschied sich Kästner gegen die Emigration und blieb in Deutschland. Er veröffentlichte unter verschiedenen Pseudonymen weiter, schrieb beispielsweise Drehbücher für die Ufa und versuchte, als Chronist die Geschehnisse vor Ort zu dokumentieren. Dass er trotz der schwierigen Bedingungen blieb, erklärte er mit den Worten: „Ich bin ein Deutscher aus Dresden in Sachsen. / Mich läßt die Heimat nicht fort. / Ich bin wie ein Baum, der – in Deutschland gewachsen – / wenn’s sein muss, in Deutschland verdorrt.“


Noch heute kennen wir Erich Kästner als Autor von satirischen und zeitkritischen Gedichten, Essays und Kinderbüchern. „Doktor Erich Kästners Lyrische Hausapotheke“ kennt hingegen kaum jemand.

 

Frau Hillas Gedanken zum Buch
Jeder kennt eins davon. Bestimmt. Manche kennen alle. Ich kannte einige der Gedichte von Erich Kästner, als ich dieses Buch empfohlen bekam.

Mein Lieblingsgedicht ist „Das Eisenbahngleichnis“. Hier ein Ausschnitt: „Wir sitzen alle im gleichen Zug und reisen quer durch die Zeit. Wir sehen hinaus. Wir sahen genug. Wir fahren all im gleichen Zug. Und keiner weiß, wie weit.“ Und auch dies hier mag ich: „Sei traurig, wenn du traurig bist, und steh nicht stets vor deiner Seele Posten! Den Kopf, der dir ans Herz gewachsen ist, wird’s schon nicht kosten.“

Meine Verordnung – die Gedichte laut lesen. Sich einfach einmal selbst etwas vorlesen. In jedes Wort alles geben, was zu dem Wort passt. Jeden Gedanken aussprechen, als wäre er ein Wunder, was er meistens ja ist. Der eigenen Stimme lauschen. Damit tut die lyrische Hausapotheke jedenfalls mir immer wieder ganz besonders gut!