Spenden Sie jetzt!

  • Alba, 16 Jahre alt:
    „Sie ist so stark und möchte all das hinter sich lassen.“

    Meine Mutter erhielt ihre Krebsdiagnose im November letzten Jahres. Viel zu jung, mit 42 Jahren.

    Weiterlesen

  • Daniel, 19 Jahre alt:
    „Es ist verständlich, Wenn Leute nicht wissen, was sie sagen sollen.“

    Mein Vater starb an Krebs, der seinen gesamten Körper befallen hatte.

    Weiterlesen

  • Clara, 14 Jahre alt:
    „Ich wünschte, ich hätte noch einen Tag mit meinem Vater!“

    Dann könnte ich ihm sagen wie sehr ich ihn liebe und dass all die dummen Dinge, die ich getan habe, mir sehr leidtun!

    Weiterlesen

  • Zina, 17 Jahre:
    „Ich hatte solche
    Angst sie
    zu verlieren!“

    Die Krankheit meiner Schwester wurde nach einem Judo Training entdeckt. Mara ist 2 Jahre älter als ich.

    WEITERLESEN

  • Die Mutter vom 5-jährigen Marvin:
    „Wir waren ALLE betroffen.“

    Im Oktober 2012 hat sich ein dunkler Schatten auf unsere Familie gelegt. Wir erfuhren, dass Marvin schwer erkrankt ist.

    Weiterlesen

  • Dr. Thomas V., Onkologe
    „Entscheidungen werden
    dadurch besser durchstehbar.“

    Um Entscheidungen und Therapieverläufe auf den Weg zu bringen, braucht es Zeit und den Willen zu einem vertrauensvollen Austausch zwischen Arzt und Patient.

    Weiterlesen



Plötzlich ohne Dich!


Der Mensch, mit dem man sein Leben teilen wollte, ist nicht mehr da. Nichts mehr ist wie vorher. Wie schaffen es Frühverwitwete, den Verlust zu verarbeiten? Eric Konrad spricht über den Tod seiner Ehefrau, die schwierige Zeit für ihn und seine Kinder und welche Rolle phönikks bei der Neuausrichtung seines Lebens gespielt hat.

Die Ärzte sagten: „Ihre Frau ist gestresst, als zweifache Mutter sind Müdigkeit, Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit durchaus üblich.“ Aber Eric Konrad war sich sicher, dass das nicht der Grund sein konnte. Seine Frau lebte gesund, machte Sport und hatte ein gutes Gefühl für den eigenen Körper. „Auch als Familie waren wir glücklich und plötzlich ging es ihr so schlecht. Da konnte etwas nicht stimmen“, erinnert sich Konrad. Nachdem seine Frau ohne wirkliche Diagnose im März 2019 aus dem ersten Krankenhaus entlassen worden war, arrangierten sie weitere Arzt und Krankenhausbesuche.
Eric Konrads Zweifel waren begründet, leider. Eine Biopsie Ende Mai ergab: Schwarzer Hautkrebs mit Metastasen im Kopf - unheilbar. „Selbst bei dem Wort unheilbar habe ich es nicht für möglich gehalten, dass ich meine Frau verlieren könnte“, schildert Konrad seine Verzweiflung. Mit der Krankheit begann eine emotionalen Achterbahnfahrt für die ganze Familie: „Es gab schlechte Tage, an denen es schwer für die Kinder war, ihre Mutter so zu erleben. Und es gab Tage, an denen es ihr so gut ging, als wäre nie etwas gewesen.“
Im Juli 2019, nur fünf Wochen nach der Diagnose Krebs, musste die Familie Abschied von der geliebten Mutter und Ehefrau nehmen. „Ein Schock, der uns völlig unvorbereitet traf. Für meine Kinder war ich immer daddy cool und plötzlich war ich so hilflos. Mir war klar: Wir brauchen Unterstützung, und zwar jetzt sofort“. In akuten Krisen vereinbart phönikks innerhalb weniger Tage einen Termin zum Erstgespräch. So war es auch bei Familie Konrad.
„In solchen Fällen ist es wichtig“, sagt Johannes Jakob, systemischer Familientherapeut bei phönniks, „dass wir der Trauer eine Struktur geben und sei es nur dadurch, dass in einem geschützten Raum regelmäßig Emotionen abgeladen werden können.“ Das phönikks Team machte den einzelnen Familienmitgliedern dann alters- und entwicklungsgerechte Angebote – so nahm z.B. der 11-Jährige Sohn von Eric Konrad nicht nur an den Gesprächen mit Johannes Jakob, sondern auch am Kinderkunstprojekt teil (mehr dazu auf Seite 11).
Für den Witwer Konrad waren andere Themen wichtig: „Wie kann ich mit meinen Kindern über den Verlust sprechen? Wie nehme ich ihnen die Angst, es könnte auch mich treffen? Wie regle ich überhaupt den Alltag ohne meine Frau?“. Das erste halbe Jahr war für die gesamte Familie eine Zerreißprobe. Der alleinerziehende Vater musste beruflich pendeln und die Kinder hatten immer wieder schlaflose Nächte.
Der Corona-Lockdown im März 2020 hatte für die Familie auch eine entschleunigende Wirkung. „Die Zeit stand irgendwie still und das haben wir genutzt, um uns gegenseitig Halt zu geben – dabei war es auch hilfreich, dass phönikks die Beratung per Videotelefonie aufrechterhielt“, sagt Herr Konrad, um mit einem Lächeln hinzuzufügen: „Mein Sohn ist normalerweise ein Langschläfer, zum Kinderkunstprojekt stand er aber am Wochenende gerne früh auf.“
Es gibt niemanden, der einem die Trauer abnehmen kann: „Man kann nicht ein Gespräch führen, bei dem man doppelt so viel weint und dann ist alles wieder gut. Für uns war es aber sehr wichtig, dass wir Unterstützung erfahren haben, als wir sie am dringendsten gebraucht haben – und dafür sind wir phönikks dankbar“. Mit seiner Geschichte möchte Herr Konrad andere Familien, die vom Schicksalsschlag Krebs betroffen sind, dazu ermutigen, Unterstützung von Außen anzunehmen. Er sei jetzt soweit, dass er in der Trauer auch ein Gefühl der Dankbarkeit empfinden könne: „Während ich mir die Frage stelle, wie ich z.B. einen Adventskalender für meine Kinder basteln soll, denke ich an meine Frau. Ich lerne jetzt all die Aufgaben kennen, die sie mit einer solchen Akribie und Liebe übernommen hat. Dadurch schätze ich sie jeden Tag mehr und vermisse sie unendlich.“

 



Erfahrungsberichte

Sie ist so stark und möchte all das hinter sich lassen.

Meine Mutter erhielt ihre Krebsdiagnose im November letzten Jahres. Viel zu jung, mit 42 Jahren.
Weihnachten hat sie auf dem Sofa verbracht, geschwächt von den Medikamenten, die sie einnehmen musste, um die Schmerzen in ihrer Schulter ertragen zu können, die nach der Mammografie auftraten. Nach einer Brustamputation steht nun auch noch eine Operation der Schulter an. Sie ist so stark und möchte all das hinter sich lassen. Das Pflegepersonal und die Ärzte sind großartig gewesen und haben sie wirklich wunderbar unterstützt. Die Behandlungsmöglichkeiten sind heutzutage so gut und wir sind glücklich, dass der Krebs rechtzeitig entdeckt wurde und sie überlebt hat.

 

In der Stiftung phönikks habe ich einen geschützten Raum für meine Ängste und Zweifel gefunden. Dank dieser Unterstützung konnten meine Familie und ich diese schwierige Lebensphase meistern.

 

Alba, 16 Jahre alt

 

Alles ist möglich – auch das Unmögliche!

Nachdem ich die Diagnose erhielt, auf dem Weg nach Hause, liefen mir die Tränen über das Gesicht.
Dann musste ich ja meinem Mann sagen, was los ist. Es war für ihn katastrophal. Und: sage ich es – und wie – meiner kleinen Tochter? Ich war heillos überfordert.


Mit Hilfe der Therapeuten in der Stiftung phönikks haben wir bei der Bewältigung der Erkrankung, unserer Ängste, zusammengehalten. Am Anfang haben wir große Fehler mit unserer Tochter gemacht, wir haben gedacht, dass sie das Ganze noch nicht versteht. In der Stiftung haben wir gelernt, unser Kind – altersgemäß – mit dem Thema vertraut zu machen. Die Gespräche taten uns allen sehr gut und wir haben neuen Mut entwickelt. Ich setze mich auch mit dem Tod auseinander. Solange ich in mir die Kraft und Energie zum Kämpfen spüre, werde ich alles daran setzen ein lebenswertes Leben zu führen.

 

Sylvie, 42 Jahre alt

 

Ich wünschte, ich hätte noch einen Tag mit meinem Vater! Dann könnte ich ihm sagen wie sehr ich ihn liebe und dass all die dummen Dinge, die ich gesagt und getan habe, mir sehr leidtun!

Vor 11 Monaten ist mein Vater gestorben.

Es gibt Tage da kommt es mir vor als wäre viel Zeit vergangen und dann fühlt es sich wieder an als wäre es letzte Woche gewesen. Die Erinnerungen an meinen Vater sind so lebendig, dass ich denke, er steht vor mir!! Ich versuche, die glücklichen Erinnerungen wach zu halten. Ich wünschte, ich hätte noch einen Tag mit meinem Vater! Dann könnte ich ihm sagen wie sehr ich ihn liebe und dass all die dummen Dinge, die ich gesagt und getan habe, mir sehr leidtun! Das wird aber nicht geschehen… und ich wünschte, dass ich die Dinge, um die er mich gebeten hatte, einfach erledigt hätte. Und…. dass ich mehr Zeit mit ihm verbracht hätte als er krank war. All das bedaure ich sehr und hoffe, er hat mein Verhalten verstanden!! Meine Familie und Freunde sind nun besonders wichtig für mich. Sie sind diejenigen, die mich glücklich machen wenn ich traurig und verzweifelt bin und eine Schulter brauche, an der ich mich ausweinen kann. Ich dachte, nur mir tut es so weh. Mittlerweile ist mir klar, wir verarbeiten unseren Schmerz auf unterschiedliche Weise, der eine so und der andere so – und dass ich nicht die einzig Leidtragende bin!! Und ich bin nicht allein auf dieser Welt, das tröstet mich. Ich würde mir wünschen, mein Dad könnte zurückkommen – aber das kann er nicht. Er befindet sich nun an einem besonderen Ort von dem aus er mich beobachten und beschützen kann – und ich muss lernen ohne ihn zu leben.

 

Meine Selbstvorwürfe haben mir die Luft zum Atmen genommen. In der Stiftung phönikks habe ich gelernt mich wieder zu öffnen, Hilfe zuzulassen und meine Familie als stabiles soziales Umfeld schätzen zu lernen. Wir sind füreinander da. Das stärkt uns.

 

Clara, 14 Jahre alt

 

Wenn Leute sagen, sie wüssten nicht was sie sagen sollen – dann ist das verständlich.

Mein Vater starb an Krebs, der seinen gesamten Körper befallen hatte.

Zu beobachten, dass es ihm schlechter geht, hat mich nie ernsthaft besorgt und an dem Tag an dem er starb, wurde ich von einem Schock, der Stunden anhielt, überwältigt. Danach fühlte sich nichts mehr richtig an. Was ich auch tat, nichts war mehr so wie vorher und ich hatte keine Sprache mehr für meine Gefühle. Aber als meine Mutter wieder Pläne für uns machte, gelang es mir das Leben wieder positiver zu betrachten. Wenn Leute sagen, sie wüssten nicht was sie sagen sollen – dann ist das verständlich. Die Dinge positiver zu bewerten und auszudrücken, hat mir sehr geholfen die Krise zu bewältigen.

 

Meine Therapeutin in der Stiftung phönikks hat mir Wege gezeigt, meine verschütteten Kräfte wiederzufinden und zu mobilisieren. Meiner Trauer, meinen gesamten Gefühlen wieder eine Sprache und Ausdrucksmöglichkeiten zu geben.

 

Daniel, 19 Jahre alt

 

Wir waren ALLE betroffen.

Im Oktober 2012 hat sich ein dunkler Schatten auf unsere Familie gelegt.

Wir erfuhren, dass Marvin schwer erkrankt ist. Man kann sich nicht vorstellen, wie die Krebserkrankung in allen Bereichen unseres täglichen Lebens unerbittlich Platz ergriffen hatte. Wir waren ALLE betroffen. Zwei Operationen und eine Intensivtherapie folgten.

 

Ohne die Hilfe der engagierten Therapeuten bei phönikks hätten wir diese schwere Zeit nicht durchgestanden. Unbürokratisch, ohne Wartezeiten, durften wir diese Hilfe annehmen. Auch wenn er noch unter engmaschiger medizinischer Beobachtung steht, mittlerweile geht es Marvin wieder besser – und uns auch!

 

Die Mutter des 5-jährigen Marvin

 

Ich hatte solche Angst sie zu verlieren!

Die Krankheit meiner Schwester wurde nach einem Judo Training entdeckt.

Mara ist 2 Jahre älter als ich. Beim Training ist ihr jemand ins Kreuz gefallen und die Schmerzen gingen einfach nicht weg! Nach 1-2 Wochen ist sie zum Arzt und dort wurde ihr Blut abgenommen. Dann ging alles ganz schnell. Chronisch myeloische Leukämie. Ich habe geheult wie ein Schlosshund. Alles stellte ich plötzlich in Frage, ich hatte solche Angst sie zu verlieren! Ich habe komplett dicht gemacht und mich zurückgezogen.

 

Durch einen Freund habe ich von phönikks erfahren und bin dann da auch hingegangen, obwohl ich zuerst nicht wollte. Wie froh bin ich jetzt, dass ich diesen Schritt gemacht habe. Die Jugendtherapeutin, die dort arbeitet, hat mich, meine Ängste, Zweifel und Sorgen ernst genommen. Ich konnte mir alles von der Seele reden. Wir haben Wege zusammen erarbeitet, die mich wieder nach vorn gebracht haben. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass Mara es schaffen wird!

 

Zina, 17 Jahre alt

Entscheidungen werden dadurch besser durchstehbar.

Um Entscheidungen und Therapieverläufe auf den Weg zu bringen, braucht es Zeit und den Willen zu einem vertrauensvollen Austausch zwischen Arzt und Patient.
Oftmals ist das aber schwierig. Der Arzt möchte zu einer medizinischen Problemlösung kommen, der Betroffene und dessen Familie jedoch leiden evtl. unter existentiellen Sorgen, haben Zukunftsängste und wollen wissen was das für ihr Leben bedeutet. Deshalb ist die Frage ‚… wie komme ich damit zurecht?“ mindestens so wichtig wie die körperliche Behandlung.


Patienten von mir, die die Unterstützung der Stiftung phönikks in Anspruch genommen haben, durften erfahren, dass ihre tatsächlich gelebte Erfahrung, ihre individuelle Lebenssituation, Raum bekommt. Entscheidungen werden dadurch fundierter und besser durchstehbar.

 

Dr. Thomas V., Onkologe